Wanderschaft

Auf Wanderschaft begibt er sich,
zu seh´n die Welten wunderbar;
der Weg - er führt gar sonderlich
durch Erden's buntgekleid´te Schar
an Wassern, Felsen, Baumgestrüpp.
Der Vielfalt wird man hier gewahr,
die hängt auf ird´schem Steingeripp.
Wunden in die Ordnung bringend,
so erscheint das Mensch-Gesipp;
aber auch um Heilung singend
- Opfer werden dargebracht -
um das Überleben ringend
wird der Jahreslauf bedacht.
Die Gemeinschaft wird gesucht,
und durch innerliche Wacht
die Fehler man in sich verflucht.
Verletztheit - unglücksel´ge Kraft -
wirft alles in die tiefe Schlucht,
daß Lebensenergie erschlafft.
In unergründlich´ Tiefen regt
das Sein sich dann, das nun erschafft
die Welt, die das Bewußtsein prägt,
verschied´ne Stadien zu erfahr´n,
damit das Herz zutiefst bewegt.
Die Fülle irgendwo bewahr´n,
zur richt´gen Stunde frei gezeigt,
sich mit geist´gen Kräften paar´n,
macht die Seelenkraft geneigt
zu scheinen durch des Menschen Herz.
Vom Wertungsdenken dann befreit
erleuchtet alles wie `ne Kerz´
Gescheh´n am Wege - Dich und mich.
Vielleicht ist´s nur ein kosmisch´ Scherz.

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